Viszeralfett: Gefährliches Bauchfett loswerden

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Viszerales Fett und Subkutanes Fett
Fett ist nicht gleich Fett. Man unterscheidet zwischen dem gefährlichen Viszeralfett und dem weniger schädlichen Subkutanen Fett.

Fett ist nicht gleich Fett: bestimmt nicht im Sinne der Ernährung und auch nicht, wenn es um Körperfett geht. Körperfett wird in subkutanes und viszerales Fett unterschieden, wobei jeder Typ eine eigene, wichtige Aufgabe hat. Doch Achtung: zu viel des „Guten“ kann schnell nach hinten losgehen.

Was ist Viszeralfett?

Viszeralfett (von „viscera“, lateinisch für Eingeweide) werden die Fetteinlagerungen des Körpers im Bauchraum genannt, welche die inneren Organe umgeben. Diese Fettreserven haben die Aufgabe, lebenswichtige Organe vor Schäden durch äußere Gewalteinwirkung zu schützen und stellen zudem wichtige Energiespeicher dar, die uns im Zweifelsfall wochenlang ohne Nahrung auskommen lassen. Im Extremfall jedoch bedingen große Mengen an viszeralem Fett erhebliche gesundheitlichen Risiken. Optisch erkennbar ist schlechtes, viszerales Fett oft an der sogenannten Apfelform des Körpers, auch Bierbauch genannt. Doch auch ohne deutlichen Bierbauch und erkennbare Adipositas kann viszerales Fett bereits bei einer normalen Statur in riskantem Maße vorhanden sein.

Übergewicht durch Viszeralfett
Viszeralfett hat die Aufgabe die inneren Organe zu schützen. Zu viel Fett ist jedoch keines wegs gesund. (Quelle: Zhenyakot/bigstockphoto.com)

Unterschiede von viszeralem und subkutanem Fett

Anders als mit viszeralem Fett verhält es sich mit subkutanem Fett. Das ist der Name der Fettreserven des Körpers, die sich direkt unter der Haut befinden und dabei maßgeblich zur Kälteisolation des Körpers beitragen. Subkutanes Fett umgibt Arme, Beine und Rumpf schützend und ist besonders an Oberschenkeln, Hüften und Po hartnäckig. Auch hier ist ein Übermaß alles andere als gesund, aber verhältnismäßig weit weniger drastisch als bei viszeralem, „bösem“ Fett.

Unterschied Viszerales Fett und Subkutanes Fett
Kurzgesagt ist Viszeralfett das wirklich gefährliche Fett. Subkuntanes Fett ist in großen Mengen jedoch ebenso schädlich. (Quelle: Zhenyakot/bigstockphoto.com)

Die Entstehung von Viszeralfett

Unser Körper hat ein sehr ausgeklügeltes Survival-System entwickelt: Bei Kalorienüberschuss lagert er im Bauchinnenraum Fettreserven ein, die in einer Notlage schnell als Energie verfügbar sind. Das geht sogar so weit, dass die Hormonausschüttung bei Stress, sei es beruflich, im privaten Umfeld oder eine tatsächlich lebensbedrohliche Situation, schon als Signal genügt, damit der Körper beginnt, weitere Notreserven in Form von viszeralem Fett- anzusetzen.

Erhöhtes Krankheitsrisiko durch viszerales Fett

Wieso ist das Fett im Bauchraum nun so gefährlich? Das liegt vor allem an der hohen Stoffwechselaktivität des Bauchfetts: viszerales Fett produziert eine Vielzahl an Botenstoffen, also etwa Hormone und sogar Entzündungssubstanzen. Die schnelle Verfügbarkeit als energetischer Brennstoff bedingt auch, dass dauerhaft große Mengen an Fettsäuren an das Blut abgegeben werden. Die im Blut gelöste Mischung an Botenstoffen und Fett kann so unter anderem zu Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose (Gefäßverengungen) führen und damit das Risiko für z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich steigern.

Ursache und Messung von Viszeralfett

Wieso manchen Menschen eher zu Viszeralfett tendieren als andere, ist wissenschaftlich noch nicht genau geklärt. Wahrscheinlich hat es zu großen Teilen mit dem Hormonhaushalt zu tun: Männer neigen aufgrund des Testosterons beispielsweise eher dazu, gefährliches Bauchfett anzusetzen, als Frauen. Östrogen nämlich, das weibliche Sexualhormon, steht dagegen im Verdacht, Fettreserven eher im Bereich von Oberschenkeln, Hüfte und Po aufzubauen.

Um die genaue Zusammensetzung des Körpers zu bestimmen, sind teure Bildgebungsverfahren wie etwa ein MRT von nöten. Doch auch per Hand kann bereits ein sehr brauchbarer Wert ermittelt werden: Hierfür atmet man locker aus und misst dann mit einem Maßband seinen Bauchumfang auf Höhe des Bauchnabels. Als wenig riskant gilt dabei, bei durchschnittlicher Körpergröße, für Frauen ein Wert von maximal 82, bei Männern von 94 Zentimetern. Über einem Bauchumfang von 88 bzw. 102 Zentimetern spricht man bereits von einem kritischen Wert an Viszeralfett und einem stark erhöhtem Risiko. Über ähnliches haben wir bereits in unserem Beitrag über den BMI-Wert geschrieben.

Messung von Bauchfett
Bei Männern setzt sich das Viszeralfett in der Regel am Bauch ab. Bei Frauen eher an Oberschenkeln und Po. (Quelle: Kotin/bigstockphoto.com)

Gefährliches Bauchfett loswerden

So schnell es sich aufbaut, so schnell kann man überschüssiges Bauchfett auch wieder loswerden. Denn glücklicherweise ist der Energiespeicher viszerales Fett die erste Stelle, die der Körper beim Fettabbau angreift. Wer also unter erhöhtem Gesundheitsrisiko durch Bauchfett leidet, der kann mit gesunder, kalorienbewusster Ernährung und regelmäßigem Ausdauertraining bereits viel bewirken. Dazu sollte ungesunde Ernährung wie Fast Food, Fertiggerichten und Alkohol sowie zuckerhaltigen Getränken und Süßigkeiten strikt vermieden werden, da diese den Blutzuckerspiegel unnötig in die Höhe treiben und so viel Energie liefern, dass diese auch durch körperliche Aktivität kaum komplett verbraucht werden kann. Überschüssig aufgenommene Energie würde nämlich direkt als Fettreserve im Bauchraum eingelagert.

Viszerales Fett durch Fast Food
Wer seinem Körper etwas gutes tun möchte sollte auf Fast Food, Fertiggerichten und Alkohol sowie zuckerhaltigen Getränken und Süßigkeiten verzichten. (Quelle: enjoys/bigstockphoto.com)

Auf der Trainingsseite empfiehlt sich neben Krafttraining auch Ausdauertraining, das in erster Linie den Fettstoffwechsel anspricht. Der Körper greift dadurch direkt auf die im Bauchraum eingelagerten, schnell zugänglichen Fettreserven zurück. Wichtig ist es außerdem, genügend zu schlafen, sofern möglich Stress im Alltag und Beruf zu vermeiden und sich im Prozess nicht zu sehr von erschreckenden Risiken und Gefahren stressen lassen. Die dadurch bedingte Hormonausschüttung würde äußerst kontraproduktiv auf einen Abbau von viszeralem Fett wirken, eventuell sogar gegenteilig zum erwünschten Effekt. Wie beim Abnehmen aus jeder anderen Motivation heraus auch, gilt hier: Erfolg kommt nur mit Geduld, aber er ist es wert.

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