Hauptfunktionen von Tyrosin
Tyrosin hat wie alle Aminosäuren ganz verschiedene Aufgaben, zum Beispiel:
- Beteiligung an der Synthese der Neurotransmitter Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin und damit Unterstützung des Nervensystems, Verbesserung der Aufmerksamkeit und Aufhellung der Stimmung
- Beteiligung an der Herstellung der Schilddrüsenhormone T3 und T4
- Beteiligung an der Synthese von Melanin
- Beteiligung an der Herstellung von Enzymen und Strukturproteinen wie etwa Collagen
- Unterstützung von Zellwachstum und -teilung
- Beteiligung an der Proteinbiosynthese, was den Muskelabbau verhindert und den Muskelaufbau ermöglicht
Ausreichend Tyrosin sorgt also nicht allein für körperliches, sondern auch für mentales Wohlbefinden.
Tyrosin in Lebensmitteln
Tyrosin kommt in tierischen und in pflanzlichen Produkten vor. Zu den besten Lieferanten zählen:
- Fisch
- Fleisch
- Hülsenfrüchte
- Käse
- Hefe
- Erdnüsse
- Sesam
Die Aminosäure ist auch in weiteren Milchprodukten sowie anderen Nüssen und Samen, in Getreide, Gemüse, Obst und Pilzen enthalten, jedoch in geringeren Mengen.
Tyrosin Bedarf und Bedeutung für Sportler
Weder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung noch das Bundesamt für Risikobewertung geben Empfehlungen zur Mindestaufnahme von Tyrosin, da der Körper sie selbst bildet. Ein Mangel kommt in Deutschland insgesamt nur selten vor. Betroffen sind Menschen, die an der sogenannten Phenylketonurie leiden. Das ist eine genetische Störung, die den richtigen Abbau von Phenylalanin verhindert und damit auch die Synthese von Tyrosin.
Manche Menschengruppen benötigen allerdings insgesamt auch etwas höhere Dosen an Aminosäuren wie Tyrosin. Diesen Mehrbedarf haben beispielsweise:
- Menschen, die stark unter Stress stehen
- Patientinnen und Patienten, die eine Verletzung erlitten oder eine Operation hinter sich haben
- Schwangere und Stillende
- Personen, die an Essstörungen oder chronischen Erkrankungen leiden
- Sportlerinnen und Sportler bzw. Menschen, die harte körperliche Arbeit verrichten
Trainierst du regelmäßig hart, kann dein Bedarf an Tyrosin wie der an anderen Aminosäuren und Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen steigen. Da du aber auch einen höheren Kalorienbedarf hast und entsprechend wahrscheinlich umfangreichere Mahlzeiten zu dir nimmst, ist es gut möglich, dass du deinen Mehrbedarf bereits darüber deckst.
Ist es sinnvoll, Tyrosin zu supplementieren?
Achtest du auf eine ausgewogene Ernährung und bist insgesamt gesund, gibt es keinen Grund für dich, Tyrosin zusätzlich einzunehmen. Es kann allerdings passieren, dass du deinen durch körperliche Anstrengung höheren Proteinbedarf nicht über deine Ernährung allein deckst. In einem solchen Fall kannst du mit einem Proteinpulver nachhelfen, das alle Aminosäuren enthält. Alternativ nimmst du ein Supplement mit den EAA ein. Darin ist Phenylalanin enthalten, aus dem dein Körper Tyrosin selbst herstellt.
Tyrosin isoliert einzunehmen, ist eher nicht sinnvoll: Dadurch deckst du deinen Mehrbedarf an anderen Aminosäuren nicht ab. Du kannst sogar ihre Aufnahme behindern, wenn du das Nahrungsergänzungsmittel zu kurz vor oder nach deinen Mahlzeiten einnimmst. Damit bringst du das Gleichgewicht der Aminosäuren durcheinander, was zu einer Störung deiner Stoffwechsel und deiner Proteinbiosynthese führen kann.
Beim Proteinpulver und bei den Supplements mit den EAA solltest du dich an die Einnahmeempfehlung halten. Höhere Dosierungen können zu Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen führen.
Tipp: Es können Wechselwirkungen auftreten, wenn du Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zu Medikamenten einnimmst. Lass dich in einem solchen Fall immer ärztlich beraten, ehe du Supplements nimmst!
Die häufigsten Fragen zu Tyrosin
Unsere Leserinnen und Leser sind sehr interessiert an Tyrosin und seinen Auswirkungen auf den Körper. Die häufigsten ihrer Fragen zum Thema beantworten wir hier.
Was macht Tyrosin im Körper?
Tyrosin leistet seinen Beitrag zur Proteinbiosynthese, ermöglicht also den Muskelaufbau und verhindert, dass die Muskeln abgebaut werden. Außerdem ist es für die Bildung verschiedener Hormone wie der Schilddrüsenhormone T3 und T4 wichtig. Es unterstützt das Nervensystem, erlaubt dir das Fokussieren und hat einen positiven Einfluss auf dein Gemüt. Auch das Immunsystem profitiert von der semi-essentiellen Aminosäure.
Was passiert, wenn ich zu viel Tyrosin einnehme?
Tyrosin, das du über die Mahlzeiten aufnimmst oder selbst bildest, hat keine schädlichen Folgen. Nahrungsergänzungsmittel mit Tyrosin haben nur in hohen Dosen negative Auswirkungen auf dich: Bei Überdosierungen kann es zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Verdauungsproblemen kommen. Bei einigen Krankheiten, unter anderem Schilddrüsenüberfunktion und Krebs, solltest du Supplements mit Tyrosin nicht einnehmen, da sie zu einer Verschlimmerung führen können.
Was passiert bei zu wenig Tyrosin?
Bei einem Mangel an Tyrosin können ganz unterschiedliche Symptome auftreten: Du kannst dich müde und antriebsschwach fühlen, an Konzentrationsmangel und an depressiven Verstimmungen leiden. Der aus zu wenig Tyrosin resultierende Mangel an T3 und T4 bringt zahlreiche körperliche Auswirkungen mit sich, zu denen verlangsamte Stoffwechsel und Gewichtszunahme zählen. Da deine Proteinbiosynthese gestört wird, ist auch Muskelabbau möglich. Du kannst außerdem anfälliger sein für Infektionen.

