Hauptfunktionen von Glutaminsäure
Glutaminsäure hat viele unterschiedliche Funktionen im Körper:
- Sie ist beteiligt an der Proteinbiosynthese, fördert den Muskelaufbau und wirkt dem Muskelabbau entgegen.
- Sie ist einer der Baustoffe für andere nicht-essentielle Aminosäuren.
- Sie unterstützt die normale Funktion des zentralen Nervensystems.
- Sie unterstützt als Vorstufe von Glutamin das Immunsystem.
- Sie liefert Energie für die Zellen im Darmtrakt.
- Sie fungiert als Neurotransmitter im Gehirn und ist gleichzeitig eine Vorstufe des Neurotransmitters gamma-Aminobuttersäure.
Glutaminsäure ist also an vielen Aufgaben beteiligt, sodass ein Mangel sich auf verschiedenen Wegen bemerkbar machen kann.
Achtung: Glutaminsäure und Glutamin sind nicht dasselbe!
Glutaminsäure in Lebensmitteln
Glutaminsäure steckt in so gut wie allen proteinhaltigen Lebensmitteln. Besonders viel von der Aminosäure findest du in:
- Fleisch
- Fisch und Meeresfrüchten
- Hülsenfrüchten
- Getreide
- Milch und Milchprodukten
- Eiern
- Nüssen und Samen
Auch Gemüse und Obst enthalten die Aminosäure, allerdings in geringeren Mengen. Wer vegan lebt, muss die geeigneten pflanzlichen Lebensmittel klug kombinieren, um den Bedarf zu decken.
Info: Glutamat wirkt als Geschmacksverstärker und wird als solcher vielen Fertiggerichten zugesetzt.
Glutaminsäure Bedarf und Bedeutung für Sportler
Da dein Körper Glutaminsäure selbst herstellen kann, gibt es keine Empfehlungen darüber, wie viel du davon aufnehmen solltest. Eine proteinreiche und ausgewogene Ernährung versorgt dich aber meist recht gut mit der Säure.
Einige Menschengruppen haben einen höheren Bedarf an Aminosäuren wie Glutaminsäure als der Durchschnitt. Zu ihnen gehören:
- Menschen, die an Essstörungen leiden
- chronisch kranke Menschen
- Schwangere und Stillende
- Patientinnen und Patienten nach Operationen oder mit Verletzungen
- Sportlerinnen und Sportler
Integrierst du mehrmals die Woche ein anstrengendes Training in deinen Alltag, kann etwas mehr Glutaminsäure dir guttun. Sie steigert deine Leistungsfähigkeit, verleiht dir Energie und trägt zur Muskelregeneration nach dem Training bei. Durch den Sport hast du auch einen höheren Gesamtumsatz und einen gesteigerten Bedarf an anderen Nährstoffen wie Mineralien und Vitaminen. Isst du größere Portionen, kannst du diesen Mehrbedarf dadurch decken.
Ist es sinnvoll, Glutaminsäure zu supplementieren?
Dass du einen Mangel an Glutaminsäure hast, ohne dass du auch zu wenige andere Aminosäuren aufnimmst, kommst eigentlich nicht vor, wenn du gesund bist und dich ausgewogen ernährst. Dafür steckt die Säure in zu vielen verschiedenen Lebensmitteln.
Bist du allerdings nicht imstande, deinen erhöhten Bedarf an Aminosäuren über eine eiweißreiche Ernährung zu decken, kannst du zu Supplements wie Proteinpulver greifen. Achte darauf, dass sie alle wichtigen Aminosäuren inklusive Glutaminsäure enthalten. Schau dir die Dosierungsempfehlungen an und überschreite sie nicht, um unangenehmen Nebenwirkungen vorzubeugen. Möglich sind Übelkeit und Verdauungsstörungen.
Supplements nur mit Glutaminsäure sind nicht unbedingt empfehlenswert: Einige Menschen reagieren sensibel auf die Nahrungsergänzungsmittel – sie berichten von Asthmaanfällen, Migräne oder Hautausschlägen mit Juckreiz. Eine Überdosierung von Glutaminsäure kann zudem zu neuronalen Schäden im Gehirn führen und die Schmerzwahrnehmung verstärken. Diese Risiken treten nicht auf, wenn du natürliche Glutaminsäure über Lebensmittel zu dir nimmst.
Hast du das Gefühl, dass ein Glutaminsäureboost deinem Training gut tun könnte, kannst du stattdessen zu einem Supplement mit Glutamin greifen. Dein Körper wandelt es dann selbst in Glutaminsäure um – in Mengen, die nicht schädlich für dich sind. Achte hier allerdings darauf, dass du die empfohlene Dosis zeitversetzt zu deinen Mahlzeiten einnimmst. So sorgst du dafür, dass das Glutamin nicht die Aufnahme anderer Aminosäuren behindert.
Tipp: Nimmst du Medikamente, lass dich grundsätzlich vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ärztlich beraten! Glutaminsäure kann zum Beispiel die Wirkung von Antidepressiva und Antiepileptika beeinflussen.



